Was ist B2B-Marketing und wie funktioniert es?

Ein schweres mattschwarzes Schwungrad auf einer Stahlachse auf einer dunklen Werkbank, sein Rand von einem dünnen roten Licht nachgezeichnet

B2B-Marketing sorgt dafür, dass ein Unternehmen, das an andere Unternehmen verkauft, von diesen gewählt wird. Es legt fest, für wen das Unternehmen da ist. Es macht es bei den Entscheidern bekannt und vertrauenswürdig, erzeugt Nachfrage, wenn sie kaufbereit sind, und gibt dem Vertrieb, was er zum Abschluss braucht. Es funktioniert als ein System, geführt von der Geschäftsleitung, über Jahre.

Diese Seite ist für Gründer, CEOs und Marketingleiter in B2B-Unternehmen, die das ganze Bild sehen wollen, bevor sie den nächsten Franken oder Euro ausgeben. Du erfährst, wie Geschäftskunden heute entscheiden, aus welchen vier Teilen ein funktionierendes B2B-Marketing besteht, wie du das Budget zwischen Marke und Nachfrage aufteilst und wer es führen sollte. Die anderen Artikel dieses Guides vertiefen jeden Teil.

Was bedeutet B2B-Marketing?

B2B-Marketing ist Marketing eines Unternehmens für Käufer, die im Auftrag ihrer eigenen Organisation einkaufen. Die American Marketing Association definiert Marketing als das Schaffen, Kommunizieren, Liefern und Austauschen von Angeboten, die für Kunden, Partner und die Gesellschaft Wert haben. Im B2B ist der Kunde ein Unternehmen. Und wer entscheidet, trägt das Risiko dafür.

Dieser letzte Punkt prägt alles. Ein Einkäufer im Unternehmen gibt das Budget anderer aus, muss die Wahl vor Kollegen begründen und lebt jahrelang mit dem Ergebnis. B2B-Marketing wirkt deshalb weniger über Impulse und mehr über Erinnerung, Vertrauen und Belege. Seine Aufgabe: Braucht ein Unternehmen, was du verkaufst, steht dein Name auf der Shortlist. Und die Beteiligten können die Wahl für dich gut vertreten.

Manche verstehen unter B2B-Marketing noch immer Leadgenerierung. Das ist der schmalste Teil davon. Ich sag’s klar: Die meisten B2B-Unternehmen haben kein Marketingproblem. Es fehlt jemand, der Zeit hat, das Marketing zu führen, und der das ganze System verantwortet.

Was sind die Besonderheiten von B2B-Marketing gegenüber B2C?

B2B-Marketing unterscheidet sich von B2C-Marketing darin, wer entscheidet, wie lange es dauert und was auf dem Spiel steht. Mehrere Personen aus verschiedenen Abteilungen entscheiden gemeinsam, gekauft wird selten, und eine Fehlentscheidung schadet Karrieren. Konsumentenmarketing kann eine Person in einem Moment gewinnen. B2B-Marketing muss eine Gruppe gewinnen, oft Monate bevor jemand ein Angebot anfragt.

AspektTypisch im B2BWas das für das Marketing bedeutet
Wer entscheidetEine Buying Group, laut Forrester im Schnitt etwa 13 PersonenInhalte und Belege für jede Rolle, nicht für eine einzige Persona
Wie oft gekauft wirdSelten. Viele Dienstleister werden nur alle paar Jahre gewechseltZwischen den Käufen bekannt bleiben
Wie recherchiert wirdMeist allein und online. Laut Gartner bevorzugen 61 % einen Kauf ohne VertriebsmitarbeiterWebsite und Drittquellen verkaufen in der frühen Phase
Was auf dem Spiel stehtBudget, Projekte und der Ruf des EntscheidersBelege, Referenzen und eine nachvollziehbare Preislogik
Die vier Unterschiede, die B2B-Marketing stärker prägen als jede Kanalwahl.

Der Abstand ist kleiner, als er aussieht. Auch Menschen in Unternehmen bleiben Menschen. Die Analyse von Binet und Field für das LinkedIn B2B Institute zeigt, dass emotionale Botschaften auch im B2B wirken und dass B2B-Marken fast genauso auf Share of Voice reagieren wie Konsumentenmarken.

Wie kaufen B2B-Kunden heute?

B2B-Kunden recherchieren heute überwiegend selbst, in Gruppen und zunehmend mit KI-Assistenten. Forresters State of Business Buying 2024 nennt im Schnitt 13 Personen pro Kaufentscheidung, bei 89 % der Käufe sind zwei oder mehr Abteilungen beteiligt. Gartner ermittelte 2025, dass 61 % der B2B-Käufer einen Kaufprozess ohne Vertriebsmitarbeiter bevorzugen.

Dieselben Quellen zeigen, wie oft das schiefgeht:

  • Stockende Käufe. Laut Forrester geraten 86 % der B2B-Käufe im Prozess ins Stocken, und 81 % der Käufer sind mit dem gewählten Anbieter unzufrieden.
  • Widersprüchliche Aussagen. In Gartners Befragung von 632 Käufern sahen 69 % Widersprüche zwischen der Website eines Anbieters und dem, was dessen Vertrieb sagte.
  • Irrelevante Ansprache. 73 % der Käufer in derselben Befragung meiden Anbieter, die sie mit irrelevanter Kontaktaufnahme anschreiben.
  • KI im Kaufprozess. Fast 95 % der Käufer in Forresters Studie erwarteten, in den nächsten 12 Monaten generative KI für eine Kaufentscheidung zu nutzen.

Zusammen gelesen sagen diese Zahlen eines: Der größte Teil der Entscheidung fällt, bevor dein Vertrieb im Raum ist. Und Käufer merken, wenn Website, Vertriebsunterlagen und die Antworten von KI-Assistenten verschiedene Geschichten über dich erzählen.

Aus welchen Teilen besteht ein B2B-Marketing-System?

Ein funktionierendes B2B-Marketing besteht aus vier Teilen, die aufeinander aufbauen: Positionierung, Marke, Nachfrage und Vertriebsunterstützung. Die Positionierung legt fest, für wen du da bist und warum du gewinnst. Die Marke macht das bekannt. Nachfrage macht daraus Gespräche mit kaufbereiten Kunden. Vertriebsunterstützung hilft, diese Gespräche abzuschließen. Fehlt eine Schicht, werden die darüber schwächer.

Vier gestapelte Schichten mit den Namen Positionierung, Marke, Nachfrage und Vertriebsunterstützung, jede mit einem Satz zu ihrer Aufgabe, die Positionierung als Basis markiert
Jede Schicht hängt von der darunter ab. Deshalb zeigt sich eine schwache Positionierung später als teure Leads.
  • Positionierung. Die Entscheidung der Geschäftsleitung, welche Kunden du bedienst, gegen welche Alternativen du antrittst und warum du gewinnst. Der Leitfaden zur B2B-Positionierung zeigt, wie du deine findest.
  • Marke. Alles, was Käufer sich an dich erinnern und dir vertrauen lässt, bevor sie dich brauchen: Name, Auftritt, Tonalität, Ruf, Präsenz dort, wo sie lesen. Mehr dazu im Leitfaden zur B2B-Markenführung.
  • Nachfrage. Die Aktivitäten, die Interesse bei Käufern wecken und abholen, die jetzt im Markt sind: Suche, Content, LinkedIn, Outbound, Events, Account-based Programme. Der Leitfaden zur B2B-Leadgenerierung geht ins Detail.
  • Vertriebsunterstützung. Fallstudien, Vergleichsseiten, Preislogik, Präsentationen und Unterlagen, mit denen sich eine Buying Group einigt.

Ein typisches Szenario: Ein Unternehmen beginnt oben, kauft Anzeigen oder beauftragt eine Outbound-Agentur und wundert sich, warum die Leads nicht konvertieren. Die Ursache liegt oft zwei Schichten tiefer. Niemand hat entschieden, für wen das Unternehmen da ist.

Warum sind die meisten deiner Kunden gerade nicht im Markt?

Die meisten Geschäftskunden sind zu einem gegebenen Zeitpunkt nicht im Markt für das, was du verkaufst. Professor John Dawes vom Ehrenberg-Bass Institute schätzt, dass bis zu 95 % der Geschäftskunden für viele Produkte und Dienstleistungen gerade nicht kaufen. Marketing wirkt deshalb vor allem, indem es Erinnerung aufbaut, die sich auszahlt, wenn der Bedarf entsteht.

Dawes zeigt die Rechnung in seinem Papier für das LinkedIn B2B Institute. Wechseln Unternehmen einen Dienstleister wie ihre Bank oder Kanzlei etwa alle fünf Jahre, sind pro Jahr nur rund 20 % im Markt und pro Quartal rund 5 %. Bei einem Zweijahreszyklus sind es 50 % pro Jahr und etwa 13 % pro Quartal. Er betont, dass die 95 % eine Faustregel sind. Exakt sind sie nicht.

Durchschnittliche Zeit zwischen zwei KäufenIm Markt pro JahrIm Markt pro Quartal
5 Jahre (Beispiel von Dawes)Etwa 20 %Etwa 5 %
3 Jahre (gleiche Rechnung)Etwa 33 %Etwa 8 %
2 Jahre (Beispiel von Dawes)Etwa 50 %Etwa 13 %
Anteil der Kunden im Markt, berechnet nach Dawes aus der durchschnittlichen Zeit zwischen zwei Käufen.

Ein typisches Szenario als Rechenbeispiel: Ein Softwareanbieter verkauft an 2.000 Zielkunden, Verträge in seiner Kategorie laufen etwa fünf Jahre. Dann kommen pro Quartal rund 100 Kunden in den Markt und pro Jahr etwa 400. Eine Kampagne kann einen größeren Anteil dieser 100 gewinnen. Die anderen 1.900 Käufer kann sie nicht erzeugen. Deshalb funktioniert ein Quartal mit hohem Budget und danach Stille selten. Und deshalb rät Dawes, mit Blick auf die lange Frist zu investieren.

Deine eigene Zahl findest du, wenn du Kunden fragst, wie oft sie in deiner Kategorie kaufen, oder deine Vertragslaufzeiten ansiehst. Die Antwort sagt dir, wie geduldig dein Marketing sein muss.

Wie teilst du das Budget zwischen Marke und Nachfrage auf?

B2B-Unternehmen wachsen am besten, wenn sie Markenaufbau und Vertriebsaktivierung beide finanzieren. Die Analyse der IPA-Datenbank von Les Binet und Peter Field für das LinkedIn B2B Institute ergab, dass die Effizienz im B2B bei etwa 46 % des Budgets für die Marke und 54 % für Aktivierung am höchsten ist. Bei Konsumgütern liegt das Optimum eher bei 60 zu 40.

Ein Vergleich von Markenaufbau und Vertriebsaktivierung in fünf Zeilen: wen sie erreicht, wann sie wirkt, wie sie wirkt, was du misst und ihr Anteil am B2B-Budget
Markenaufbau füllt die künftige Pipeline, Aktivierung gewinnt die Käufer von heute. B2B braucht beides in etwa gleichem Gewicht.

Nimm das Verhältnis als Leitlinie. Binet und Field schreiben selbst, dass ihre kleine B2B-Stichprobe nur eine grobe Schätzung erlaubt und dass die richtige Mischung je nach Kategorie und Situation variiert. Zwei weitere Ergebnisse desselben Berichts helfen bei der Planung:

  • Share of Voice. B2B-Marken, deren Share of Voice über ihrem Marktanteil liegt, wachsen tendenziell. Zehn Punkte zusätzlicher Share of Voice gingen mit etwa 0,7 Prozentpunkten Marktanteilswachstum pro Jahr einher. Die Autoren nennen das Ergebnis vorläufig.
  • Verschiedene Aufgaben. Aktivierung zielt eng auf Käufer, die jetzt bereit sind. Markenaufbau braucht breite Reichweite und Wiederholung und zahlt sich über Jahre aus.

Für ein Unternehmen mit kleinem Budget lese ich das so: Gib nicht alles dafür aus, die wenigen Käufer abzuholen, die in diesem Quartal im Markt sind. Reservier einen festen Teil dafür, bei den vielen bekannt zu sein, die es später sein werden.

Welche Kanäle und Maßnahmen gehören ins B2B-Marketing?

Die richtigen B2B-Kanäle sind die Orte, an denen deine Buying Group bereits liest, sucht und fragt. Für die meisten Unternehmen heißt das: eine klare Website, Suche und KI-Antworten, LinkedIn, direkte Ansprache benannter Zielkunden, PR und ausgewählte Events, verbunden über ein CRM. Fang mit einem Kanal an, der zu deinen Käufern passt. Betreib ihn gut, bevor du den nächsten dazunimmst.

  • Website. Dein wichtigstes Vertriebswerkzeug in einem Kaufprozess ohne Verkäufer. Sie muss sagen, für wen du da bist und was als Nächstes passiert.
  • Suche und KI-Antworten. Käufer fragen Google und KI-Assistenten nach Optionen. Wie du gefunden und zitiert wirst, erklärt der Leitfaden zur Antwortmaschinen-Optimierung (AEO). Wie du die Inhalte dafür planst, zeigt der Artikel über Themencluster und interne Verlinkung.
  • LinkedIn und Content. Dort verbringen B2B-Käufer und ihre Kollegen berufliche Aufmerksamkeit. Content wirkt, wenn er beantwortet, was der Vertrieb jede Woche hört. Siehe LinkedIn im B2B-Marketing und was Content-Marketing ist.
  • Outbound und Account-based Marketing. Direkte, relevante Ansprache einer festgelegten Liste von Zielkunden, erklärt im Leitfaden zu Account-based Marketing. Gartners 73 % sind die Warnung: Irrelevante Ansprache kostet dich den Kunden.
  • PR, Events und Partner. Vertrauen durch Dritte, das deine eigenen Kanäle nicht kaufen können. Mehr dazu in was B2B-PR ist.
  • CRM und Automatisierung. Das Gedächtnis des Systems: wer wer ist, was passiert ist, was als Nächstes kommt. Siehe Marketing-Automatisierung.
  • Belege. Kundengeschichten, die Käufer und KI-Systeme zitieren können. Siehe wie du eine B2B-Fallstudie schreibst, die zitiert wird.

Miss das System an der Pipeline, die es erzeugt, und am Anteil der Zielkunden, die dich kennen. Klicks allein reichen nicht. Der Leitfaden zur Marketingmessung behandelt die Kennzahlen, die Messung der organischen und KI-Sichtbarkeit die Suchseite. Wie daraus ein schriftlicher Plan wird, zeigt der Leitfaden zur B2B-Marketingstrategie.

Wie verändert KI das B2B-Marketing?

KI verändert das B2B-Marketing an zwei Stellen: wie Käufer recherchieren und wie Marketingteams arbeiten. Käufer fragen KI-Assistenten zunehmend nach Shortlists und Vergleichen. Deine Positionierung muss also in den öffentlichen Quellen klar sein, die diese Systeme lesen. Meine Meinung: Teams können Recherche, Content, Ansprache und Reporting heute mit deutlich weniger Personen betreiben, solange ein Mensch prüft, was hinausgeht.

Auf der Käuferseite schreibt Google, dass es keine zusätzlichen Anforderungen oder besonderen Optimierungen braucht, um in AI Overviews oder im AI Mode zu erscheinen. Eine Seite muss indexiert sein und mit Snippet angezeigt werden können. Die Arbeit ist dieselbe wie bei gutem B2B-Marketing: klar sagen, was du tust und für wen, und das mit Belegen auf crawlbaren Seiten untermauern.

Auf der Teamseite stellst du für jeden wiederkehrenden Prozess eine Frage: Kann KI ihn schneller erledigen oder ganz übernehmen, während ein Mensch das Ergebnis prüft? Die Grundlagen bleiben dieselben. Meine Sicht: KI verbreitet eine klare Positionierung schneller, und eine unklare wird schneller übergangen. Der Leitfaden Wo ein B2B-Unternehmen mit KI im Marketing anfangen sollte zeigt die ersten Prozesse.

Wer sollte das B2B-Marketing in deinem Unternehmen führen?

B2B-Marketing braucht eine verantwortliche Person mit genug Gewicht, um Positionierungsentscheidungen zu treffen, und genug Zeit, um die Arbeit jede Woche zu führen. Je nach Größe ist das der Gründer, eine Marketingleitung, eine Interim- oder Fractional-Marketingleitung oder ein Berater, der mit dem Team arbeitet. Agenturen und Freelancer können Teile umsetzen. Das System verantworten sie selten.

Die Optionen, wie ich sie nach mehr als zehn Jahren im B2B-Marketing sehe, intern bei Link11, Beekeeper und smino:

  • Agentur. Setzt gut um, versteht das Geschäft aber meist nicht tief genug für Positionierungsentscheidungen.
  • Klassische Beratung. Liefert Analysen und Folien, oft ohne die Umsetzung danach.
  • Freelancer. Deckt einen Kanal gut ab, selten das ganze System.
  • Festanstellung. Für viele Unternehmen langfristig die richtige Antwort. Aber langsam zu besetzen und teuer, solange die Rolle noch unklar ist.
  • Erfahrener Operator oder Berater. Führt das System mit deinem Team, während du die Kontrolle behältst, und gibt das Wissen weiter. So arbeite ich. Gewichte meine Sicht entsprechend.

Wer auch immer es verantwortet: Miss die Person an der Pipeline. In einer früheren Inhouse-Rolle habe ich den Anteil des Marketings an der Vertriebspipeline innerhalb von zwei Jahren von unter 10 % auf über 50 % gesteigert. An einem solchen Ziel lässt sich eine verantwortliche Person messen. Der Leitfaden zur Rolle der Marketingleitung im B2B zeigt, wann sich eine Festanstellung lohnt.

Was du diese Woche tun kannst

Du kannst dein B2B-Marketing in einer Woche prüfen, ohne etwas einzukaufen. Geh jede Schicht von unten durch: Ist die Positionierung aufgeschrieben? Sagt die Website sie? Weißt du, wie oft deine Kunden kaufen? Bekommt ein Kanal stetige Aufmerksamkeit? Und erhält der Vertrieb Unterlagen, die er wirklich nutzt?

Eine ansteigende Linie mit sechs Schritten von der festgehaltenen Positionierung bis zur monatlichen Prüfung, der Positionierungsschritt rot hervorgehoben
Erst die Reihenfolge, dann das Budget: zuerst die Positionierung, danach die Kanäle, jeden Monat die Messung.
  • Schreib deine Positionierung in drei Sätzen auf: für wen du da bist, was diese Kunden ohne dich täten, warum du gewinnst. Ist sich die Geschäftsleitung nicht einig, ist das deine erste Aufgabe.
  • Lies deine Startseite als Käufer. Sagt der erste Bildschirm, für wen sie ist und was als Nächstes passiert?
  • Frag drei aktuelle Kunden, wie oft sie in deiner Kategorie kaufen, und rechne deinen Anteil im Markt pro Quartal aus.
  • Liste alle Marketingaktivitäten auf und ordne sie Marke oder Aktivierung zu. Vergleich die Aufteilung mit dem groben Verhältnis 46 zu 54 von Binet und Field.
  • Wähl einen Kanal, den deine Käufer nutzen, bleib ein Jahr dabei und prüf die ersten Signale nach einem Quartal.
  • Frag den Vertrieb, welche drei Dokumente er am häufigsten verschickt. Prüf, ob sie zur Website passen.
  • Frag ChatGPT oder Perplexity nach Anbietern in deiner Kategorie und notier, ob und wie du erscheinst.

Steht am Ende eine lange Liste von Lücken und niemand hat Zeit, sie zu schließen, ist das der Normalfall. Ein eintägiger Momentum Workshop legt Positionierung, idealen Kunden und den ersten Kanal fest. Dein Team geht mit einem Plan hinaus, den es am Montag umsetzen kann.

Erfolgreiches B2B-Marketing ist nicht kompliziert. Es besteht aus wenigen klaren Entscheidungen der Geschäftsleitung, die lange genug durchgehalten werden, um zu wirken. Es gewinnen die Unternehmen, die das System am Laufen halten.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen B2B-Marketing und B2B-Vertrieb?

Marketing sorgt dafür, dass Käufer dich kennen, dir vertrauen und auf dich zukommen, wenn sie bereit sind. Der Vertrieb arbeitet mit der konkreten Buying Group auf Entscheidung und Vertrag hin. Im B2B überschneiden sich beide, weil Käufer meist allein recherchieren und erwarten, dass Website, Content und Vertrieb dasselbe sagen. Laut Gartner sehen 69 % der Käufer dort Widersprüche.

Wie viel sollte ein B2B-Unternehmen für Marketing ausgeben?

Einen verlässlichen allgemeinen Prozentsatz gibt es nicht. Veröffentlichte Richtwerte schwanken je nach Branche, Wachstumsphase und Quelle stark. Geh besser vom Ziel aus: die nötige Pipeline, der Anteil der Zielkunden, die dich kennen sollen, und der Share of Voice, den du im Verhältnis zu deinem Marktanteil erreichen willst. Die Share-of-Voice-Regel von Binet und Field liefert dafür eine Methode.

Welcher B2B-Marketingkanal funktioniert am besten?

Der, den deine Buying Group bereits nutzt und den du beständig betreiben kannst. Für viele B2B-Unternehmen sind das Suche und KI-Antworten, LinkedIn oder die direkte Ansprache benannter Zielkunden. Wähl einen, verbinde ihn mit Website und CRM und prüf die ersten Signale nach einem Quartal. Gib ihm ein Jahr, bewerte ihn an Gesprächen und Pipeline, dann nimm den nächsten dazu.

Ist B2B-Marketing nur etwas für große Unternehmen?

Nein. Meine Meinung: Kleine B2B-Unternehmen profitieren oft am meisten, weil eine klare Positionierung und ein gut betriebener Kanal sie in einer Nische zur naheliegenden Wahl machen können. Der Engpass ist meist Zeit. Das Budget ist selten das Problem. Ein kleines Unternehmen braucht zuerst eine Person, die das System verantwortet und die Entscheidungen trifft.

Wie lange dauert es, bis B2B-Marketing wirkt?

Aktivierung wie Outbound oder Suchanzeigen kann innerhalb von Wochen Gespräche bringen. Markenaufbau wirkt über Jahre, weil die meisten Käufer zu einem gegebenen Zeitpunkt nicht im Markt sind. Dawes schätzt, dass bis zu 95 % der Geschäftskunden für viele Produkte gleichzeitig nicht kaufen. Plan für beide Zeiträume und miss jeden nach seinen eigenen Maßstäben.

Quellen

  1. American Marketing Association: Definitions of Marketing
  2. Forrester: To Master B2B Buying Mayhem, Providers Must Prioritize Buyers' Needs (The State of Business Buying, 2024)
  3. Gartner: Sales Survey Finds 61% of B2B Buyers Prefer a Rep-Free Buying Experience (June 2025)
  4. John Dawes, LinkedIn B2B Institute: Advertising effectiveness and the 95-5 rule
  5. Les Binet and Peter Field, LinkedIn B2B Institute: The 5 Principles of Growth in B2B Marketing
  6. Google Search Central: AI features and your website
  7. Ehrenberg-Bass Institute: How B2B Brands Grow (2023)
Thomas Pohle, B2B-Marketingberater in Zürich

Thomas PohleB2B-Marketingberater in Zürich. Über zehn Jahre B2B-Marketing bei Link11, Beekeeper und smino, zuletzt als Head of Marketing. CEO und Mitgründer von TEISENDA. Mit KI-Werkzeugen recherchiert und entworfen, gegen die oben genannten Quellen geprüft. Mehr über Thomas

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